caramalz

andi's lustige abenteuer

Archiv: März 2008

Werkstatt-Samstag …

… hab ich gedacht.

Stattdessen scheint es jetzt mindestens eine Werkstatt-Woche zu werden. Insgeheim hoffe ich, daß es nicht ein Werkstatt-Monat wird. Das saumäßig schöne Februar-Wetter hat nicht nur im Kopf schon die schönsten Radträume wahr werden lassen. So gesehen bin ich ja echt zufrieden mit dem, was schon rauszuholen war, wirklich lecker, fast 1000 km voll :-) Aber diese Appetithäppchen in der Woche und am Wochenende lassen ja den Hunger auf mehr erst recht aufkommen. Momentan ist wetterbedingt erstmal Schluß damit. Schßdrck. Die zwanghafte Fahrerei in jedem erdenklichen Sauwetter bei Tag und auch nachts mit irgendeiner Trauerfunzel als Beleuchtung am Lenker hab ich eigentlich satt, stattdessen winkt wieder das gemütliche Wintertraining in der Fitness-Bude mit allem Komfort, sanftes Krafttraining ohne übermäßiges transpirieren, wenns sein muß Sonne aus der Röhre, Training ist beendet sobald die Motivation nachläßt, anschließend nach dem Duschen angenehmes Kaffeekränzchen mit den netten Kolleginnen, anstelle von einsamem Kilometerdreschen in der Kälte. Hat was, keine Frage. Aber auf mein gewünschtes Plan-Soll komm ich so nie.

Allerdings reift nebenbei was Neues heran: Mein persönlicher Traum-Renner, ein Fast-Umsonst Erbstück von Brüderle H., den ich seit einer Saison fahre, wird momentan getunt. Die abgelutschte Shimano-105 Schaltung wird abgelöst von einer nagelneuen Schaltgruppe Shimano Ultegra 2/10 fach, mit leicht modifizierter Übersetzung, nach persönlicher Beratung mit Brüderle L. auf die lokalen Bedingungen mit reichlich Steigungen am Rand der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald abgestimmt. Mein local Dealer hift mir, das Tretlager zu wechseln (mangels passendem Werkzeug), den Rest erledige ich selber. Das Zerlegen des Bikes verläuft wie eine Zeremonie; altes weg- und neues dranschrauben gleicht einer rituellen Kulthandlung. Also ich freu mich schon jetzt auf die nächsten Ausfahrten mit dieser Rakete! Da ich ja wettermäßig wirklich kaum Geduld hab. tröste ich mich täglich mit dem schwäbischen Kommentar meines Kollegen: Auf ebbes Sicheres, da kahsch guet warte… Naja. Dann wart ich halt mal, hoffentlich nicht so lange :-)

Für Kommentare muß man jetzt rechnen …

… zumindest die einfachsten Aufgaben.

Als WordPress Anfänger kann ich mich noch für erfolgreich installierte Kleinigkeiten begeistern: das Mathe Captcha Plugin :-)

Nachtrag: Danke, Angel!

Feierabendrunde Nr. 5

Kopf durchlüften

Beim Heimgehen ausm Gschäft bin ich trotz strahlendem Wintersonnenschein der schlechtgelaunteste Mensch der Welt, weil ich morgen wieder mal eine meiner Standardschulungen halten soll, die ich liebe wie Zahnschmerzen. Tut auch genausolange weh, tagelang schwanger zu sein mit der Vorstellung, die Vorbereitungen auf diesen Schßdrck  Kurs reichen nicht aus, um alle Fragen zu beantworten. Das ist aber ein anderes Thema und ich werd es noch angehen müssen, weil es mich auf Dauer kaputt macht. Besuch in der Fitness-Bude fällt heute aus, stattdessen hol ich mir eilig das Blaue Rad aus dem Stall und bei gemütlich warmen 2° plus [heut morgen waren es noch 8° minus …] geht es los, Richtung Donau abwärts. Dort erhoff ich mir für das frisch geputzte Rad am wenigsten Sauerei auf den Wegen, klappt natürlich leider nur bedingt, aber ich hab immerhin die Wahl zwischen Salz auf der Strasse oder Glasscherben aufm Radweg. Die Praxis zeigt kurz darauf, daß mein Bike von beiden Vergnügen die Highlights mitnehmen muß, weil es keine Ausweichmöglichkeiten gibt. Es geht da aber fast auf ebener Strecke immer schön an der Donau lang, ich möcht ohne viel zu denken Kilometer spulen, um die Birne frei zu bekommen. So gehts vorbei an Tuttlingen, Möhringen, Immendingen, Kirchen-Hausen bis nach Blumberg, wo ich eilig umdrehen muß, weil mir sonst das Tageslicht am Ende der Tour ausgehen wird. So schön es draußen auch ist, sonnig, trocken, das Blaue läuft wie von selbst, gelingt mir trotzdem nicht, einen positiven Gedanken zu fassen und daran wenigstens eine Weile dran rumzudenken. Dieses schmutzige Schulungsthema verstopft alle Gehirnwindungen. Eigentlich müßte ich mir die Zeit aufm Rad zahlen lassen, ich arbeite ja quasi die ganze Zeit für die Firma oder hab zumindest keine erholsame freie Zeit. Also versuch ich mein Bestes, mir die Laune nicht vollständig verderben zu lassen, und so lass ich die herrliche Landschaft mit sanfter Sonnenuntergangsbeleuchtung an mir vorbeifliegen. Nach knapp drei Stunden bin ich wieder zuhaus, wurd auch höchste Zeit, um sieben ist es fast dunkel und die Kälte wird schon richtig aufdringlich. Abgesehen von der mentalen Verfassung eine herrliche Abendausfahrt! [77 km] .

Schulung rumgekriegt

Sie haben mir nicht den Kopf abgerissen. Niemand hat mich bewertet mit „Thema verfehlt“ wie früher auf dem Gymmi im Deutsch Referat. Keine verächtlichen Kommentare über mangelhafte Vorbereitung. Nicht mal meine regelmäßig freitagmittägliche knoblauchpizzabedingte Fahne ist jemand aufgefallen. Auch der lediglich mit einem großen Flatscreen ausgestattete Laptop war kein Anlass zur Kritik. Also alles im grünen Bereich. Moralische Vorab-Unterstützung durch Freddie tat gut (Thx a lot).

Warum ich mir vor jeder Schulung beinahe in die Hosen mache wie ein Fahrschüler vor der dritten Führerscheinprüfung – keine Ahnung. Dabei ist es mein Thema. Ich hab meinen Kunden zu zeigen, wie easy das alles ist. Sie sind begierig drauf, von mir was zu lernen, und nicht wie in der Hauptschule scharf drauf den Lehrer zu blamieren. Nächste Woche gehts weiter, und übernächste nochmal. Cooler werden. Werd ich hinkriegen. Sicher.

Der abendliche Besuch in der Fitnessbude hat allerdings doch saumäßig gutgetan, der Stress mußte raus. Wenn ich regelmäßig Schulungen machen müßte würd ich denen sämtliche Hanteln verbiegen.

Rezept Nr. 3

Peanut-Buster.

Gestern abend beim Chinesen kam mir die Idee. Mal Nudeln machen mit Erdnuss-Sauce. Da ich ja morgens Kalorieen bunkern möchte damit ich tagsüber beim Radeln nicht an jeder Frittenbude anhalten muß, hab ich mir das hier ersonnen. Peanuts sind Geschmackssache, und ich lieb sie außerordentlich. Daß das hier nicht unbedingt ein Diät-Rezept ist, brauch ich kaum erwähnen ….

1. Nudeln, entweder Spaghetti oder Spiralnudeln, wie üblich: 120g – 150g in reichlich sprudelnd kochendem Wasser 6-8 Minuten garen, dabei immer wieder sanft umrühren um die zarten Gebilde vom Festbacken am Topfboden zu hindern. Ich bevorzuge mittlerweile Spirelli, die saugen die leckeren Saucen wie ein Staubsauger.

2. Nebenher in einer Tasse im Wasserbad erhitzen: 2 reichlich große EL Peanutbutter, in etwas Milch incl. 1TL Gemüsebrühe Pulver zum Würzen, rühren und heißmachen, sodaß eine leicht flüssige Erdnuss-Sauce entsteht.

3. Die Nudeln abgießen, abschrecken [ jaja tatsächlich … ] und in 2-3 EL Olivenöl im Topf warm machen, mit etwa 1TL Gemüsebrühepulver würzen. [Ich persönlich mag noch bisle Chillipulver drüber].

4. Nudeln in den vorgewärmten Teller. Die unglaubliche Peanut-Sauce drüber und los geht die Schlemmerei.

Die Idee, naja also ich war oft mal mit den Eltern in Enschede beim Indonesier oder … keine Ahnung… zum Essen. Da gabs sowas wie Schaschlik-Spieße, aber mit Peanut-Sauce. Meine Güte waren die lecker. Und gestern abend mit Ilona und Schimmi [ Herzlichen Dank nochmal…! ] ging mir die Peanut Sauce nicht ausm Kopf.

So entsteht sowas.

Bodensee & Hegau – Runde

Bodman und weiter ….

Morgens um sieben ist der Rietheimer Bodennebel nach oben hin verdächtig hell. Das kenn ich zur Genüge, nur knapp drüber befindet sich der blaue Himmel! Den will ich sehen, aber den ganzen Tag lang! Also dann mach ich heute mal ne nette Radtour auf. Dazu brauch ich erstmal was Anständiges in den Magen. Heute will ich nicht spazierenfahren, denn am Donnerstag hab ich ja gut vorgelegt, dann kann ich heute mal bisle aufdrehen. Das Blaue Rad ist dazu genau der richtige Untersatz, weil der Renner noch in der Klinik liegt zur Operation, der kriegt neue Innereien verpasst. So düs ich um halb elf erstmal durch Tuttlingen nach Emmingen hoch; der Radweg ist durch jauchefahrende Bauersleut teilweise übel versaut, also fahr ich selbstverständlich auf der Strasse. Klar daß die Huperei sofort einsetzt, die mich auf den Radweg verweisen soll. Da aber heute Sonntag ist, quittiere ich das Gemecker mit einem milden päpstlichen Winken und denk mir lmaA. Danach das landschaftlich unglaubliche Wasserburger Tal runter. Da ist die Stille perfekt, Vogelgezwitscher statt Auspufflärm, Schneereste im Schatten und stehende warme Frühlingsluft. Märchenhaft. Weiter nach Eigeltingen, Orsingen, Wahlwies. Zwischen den den Apfelplantagen hindurch nach Bodman, wo ich am Hafen Kaffi schlürfen wollte. Natürlich ist da meine Kaffeebude noch zu, also weg hier. Ich nehm die wundervolle kurvige Strecke auf den den Bodanrück nach Liggeringen hoch, dann kurzer Besuch am Mindelsee [Mindelsee: traumhaft schön und unbedingt empfehlenswert für einen Besuch, am schönsten bei Sauwetter, da sind die Touries zuhaus] und weiter nach Radolfzell. Da ist es so langweilig, daß ich eiligst die Strecke bis Singen nehme. Alles platte Gegend, ich fahr im Standby nach Singen, der Tacho zählt erschreckend schnell hoch, Kilometer sausen dahin wie nix. In Singen muß ich unbedingt die Maggifabrik aufs Foto bannen. Für meine Mutter. Die hatte immer ne Maggiflasche beim Mittagessen aufm Tisch, und ich glaube, mein erster Satz den ich eigenständig lesen konnte, war „Maggi, aus Singen am Hohentwiel“. Das ist eingebrannt im Kopf. Nun bin ich angekommen :-) Weiter gehts, die unglaubliche Kulisse vom Hohentwiel saugt mich geradezu hoch. 18% Steigung steht da. Ich kann dem Blauen Bike nicht verweigern, mich dort im Eilzugtempo bis in den vorderen Burghof hochzutragen. Schooon wieder hier, wie vor einer Woche. Macht nix. Wow, ist das spacy hier oben. Verdientes Bier am Kiosk. Ein paar Besucher mit Migrationshintergrund sind arg laut, bis sie ihr Bier kriegen und sich an den Grillplatz zurückziehen. Die *#%§!.. naja sag ich lieber nicht hier.

Den Rest der Heimwärtsstrecke kenn ich jetzt auswendig. Nix mehr denken, nur noch kurbeln. Duchtlingen, Weiterdingen, Engen. In Engen ist Ostermarkt oder sowas. Kein Durchkommen. Bloß weg hier. Ich bin unterwegs, um allein zu sein. Der Rückweg bis Tuttlingen hinterläßt den Eindruck, daß von den 40 Millionen deutschen Autos heute nachmittag keines in der Garage steht. Bargen, Mauenheim, Möhringen. Um Punkt Fünf kommt das Blaue Rad mit mir am Telesina in Tuttlingen an. Ich frag mich oft, wie das Timing klappt, ohne Planung, vier, sechs oder acht Stunden, jedesmal klappt das mit der Punktlandung um fünf zum Pizza mampfen. Anschließend in nicht zu kalter Abendluft bis heim, ich bin fasziniert von dieser saumäßig schönen Sonntags-Ausfahrt. [125 km]. So muß das sein.

Achso. Paar Bilder hab ich gemacht :-)

Für & Wider

Manchem mag, doch jedem nicht …..

Da ich ja blogmäßig hinter den Ohren noch ziemlich grün bin, wie meine Startseite eben, hab ich die seltene Chance täglich was Neues zu lernen und zu erleben. Andi’s lustige Abenteuer im Web. Hätte ich kaum erwartet. Bevor ich mir vor einem halben Jahr nen eigenen Server gemietet hab, waren mir Blogs noch etwas suspekt. Meine Radstrecken und Klettertouren standen mit Füller geschrieben in nem kleinen Jahreskalender, den ich akribisch jeden Abend mit Tagesnotizen aufgefrischt hab. Fast hab ich mich tagsüber schon auf dieses allabendliche Ereignis gefreut, weil da endlich die Gelegenheit da war, mal in aller Ruhe den Tag Revue passieren zu lassen. Schon beim Duschen konnte ich den ganzen Stress vom Tag durch den Abfluß weglaufen sehen, und danach gemütlich mit meinem in Spanien auf den Flohmarkt erhandelten Lieblingsfüller ein paar Bemerkungen zum Tag schreiben. Ob die Bloggerei hier Bestand hat wird sich zeigen.

Was sich schon jetzt zeigt: Es gibt interessierte Freunde, die sogar gerne mein Geschreibsel lesen, und Andere, die derartigen Exhibitionismus ekelhaft finden. Für die ersten freu ich mich, weiter zu schreiben, weil mir das selber Laune macht, meine Erlebnisse, zurzeit überwiegend auf dem Rad, nicht nur zu aufzuschreiben, sondern sogar mit selbstgemachten Fotos auszustatten :-)

Die Anderen, die diesen Kram hier nicht nur völlig uninteressant, sondern sogar, Zitat: für „Kasperletheater und sinnloses Geplapper…“ halten (das sind nur die harmlosen Kommentare), brauchen ihre Zeit ja wirklich nicht mit dem Lesen von Blogs zu verplempern, sondern dürfen sich gerne mit Wichtigerem beschäftigen. Würd mich sogar freuen, dann wär ich dieses an allem rumkrittelnde Publikum los. Erstaunlich an welch einfachen und harmlosen Dingen sich die Welt in zwei Richtungen teilt.

So freu ich mich momentan erstmal noch drüber wie einfach und gut WordPress funktioniert, und werd mich kaum abhalten lassen, noch ein paar Beiträge und Pics mehr zu veröffentlichen. Vorausgesetzt mein Linux Server und die Mysql Datenbank machen mit :-) ……..

Kommentieren wird einfacher

Jetzt muß man nicht mal mehr bis 20 zählen können. Lediglich die Brille sollte geputzt sein, um die verpeilte TrueType Schrift lesen zu können. Casacorupta war es eh zu mühsam die Rechenaufgaben zu lösen :-) Wieder was gelernt über WordPress & Zubehör.

Diese Open-Sourcer sind schon geniale Leutz, denken sich derart subtile PHP Scripte aus. Hut ab, aber ehrlich. Danke Angel, das TrueType Captcha hat mir eh besser gefallen.

Samstags-Rundkurs

Diese Woche hab ich mich von der sogenannten Wettervorhersage schon dreimal verulken lassen, Mo, Di und Mi sollte das größte Sauwetter sein, aber an jedem der drei Abende hätt ich fahren können. Nagut, in der Fitness-Bude wars ja auch ganz nett. Aber heute möcht ich radmäßig endlich was aufmachen, denn falls die diesesmal die Wahrheit sagen, kann ich ab morgen das Bike wohl wieder einmotten. Weil der Rietheimer Morgennebel echt zu fett ist, schraub ich noch eine Stunde am Renner rum, bis endlich die Sonne richtig raus kommt.

Um zwölf ist also wieder mal das Blaue Bike an der Reihe, und ich fahr bei schönstem Wetter noch etwas orientierungslos in der Gegend rum, noch keine Ahnung was heut draus wird. Erstmal über Öfingen Richtung Donaueschingen, erstes Ziel ist das Zähringer Cafe in Bräunlingen. Bisle umständlich im Zickzack-Kurs komm ich an, und tatsächlich ist das Straßencafe auf, wo ich sofort nen Kaffee und eine unglaublich leckere Nußschnitte einfülle. Am Kirnbergsee war ich neulich schon zweimal, daher fahr ich heut mal lieber nach Osten und so gehts weiter über Hüfingen, Sumpfohren [Hehe so ein Name, das ist die Ottschaft der Woche bei Radio7, steht aufm Ortsschild] vorbei am Fürstenberg, wo sich lauter Gleitschirmflieger in der Luft rumtreiben, bis Blumberg. Über den Randen ist mir zu umständlich, daher erstmal nach Leipferdingen. Dort laß ich mich vom Blauen Bike die Serpentinen zu den Windmühlen hochschrauben, und siehe da, die Alpensicht da oben ist gar nicht schlecht. So macht das Spaß. Am Hegaublick (das ist der Motorradtreffpunkt in der Gegend) bemitleide ich eine Weile die Moppedfahrer, die in ihren Lederwurstpellen mit rotgeschwollener Birne im Helm ankommen und anschließend sportlich die Ziggi in der Linken und den Pappbecher Kaffee in der Rechten rumtragen, um so gestärkt wieder mit Vollgas auf Abenteuersuche zu gehen.

Wo ich schonmal hier bin, möcht ich unbedingt noch auf den Witthoh, und das geht über Mauenheim, Hattingen in kaum einer halben Stunde. Oben angekommen sagt mein Navi im Bauch „Hast noch zwanzig Minuten, dann machts Telesina auf „. Die unterschreit ich mühelos, denn die Witthohsteige ist steil, und sie führt direkt rein nach Tuttlingen. Zu dumm, doch zwei Minuten zu spät, mußte glatt unvorhergesehen an einer Ampel warten. Aber sonst klappt der wirklich nicht geplante Zeitplan wie fast jedesmal exakt …

Nach der Pizza um 4telvor6 hab ich echt noch keine Lust heimzufahren, schon garnicht auf dem Normalweg einfach gradaus. Ich nehm zum Nachtisch die Strecke nach Stetten an der Donau lang. Diese hat grad viel Wasser, die weite offene Ebene tut den Augen gut und ist eine willkommene Abwechslung nach der Gurkerei durch die Stadt. Kurz nach sechs in Mühlheim. Die vielen Wasserspuren diagonal über die Dorfstraßen verraten, das der Bappe sei heilix Blechle wie älle Samschtig gwäschd hätt, wie sichs ghört halt. Aber kaum jemand zu sehen, denn ab sechs läuft ja die Sportschau. Himmel, bin ich froh, daß mir diese Familienidylle erspart geblieben ist.

Schnell weg hier, ich bieg ab ins Lippachtal, dort hochzufahren ist die reine Freude. Der Lippbach rauscht eifrig vor sich hin in seinen hunderten Kurven, das Tal wird nach oben immer schmaler. Rechts und links wechseln sich steile braun bewaldete Hänge mit gelben und grauen Felsen ab. Weil noch keine Blätter an den Bäumen sind, hallt das Vogelgezwitscher wie im Zoo im Volierenhaus. Das Blaue Radl schraubt sich und mich kurvenreich hoch bis Mahlstetten, wobei die Aussicht neben der Straße in die Tiefe abenteuerlich ist. Im Dämmerlicht rücken die Felsen näher und bedrohlicher zusammen, bekommen langsam Gesichter, aber noch brauch ich mir keine Sorgen machen, denn diese werden erst in kompletter Dunkelheit zu Trollen, die nach radfahrenden Touristen grapschen um sie dann ohne Besteck zu verzehren. Diese Kulturbanausen.
Ab Mahlstetten nochmal runter zum Aggenhausener Skihang -keine Spur Schnee, bin ich froh- und wieder hoch. Geschafft – denn jetzt vom Schotterwerk an kann ich das Rad laufen lassen, mit Schnitt 50 bis fast vor die Garage. [125 km]

Diese Tour war mal wieder ein ungeplanter Volltreffer… :-) Ja und Fotos? Eins hab ich und, sorry, das ist unscharf weil dieses Drecksteil von Fotoapparat gestreikt hat.

Fotoapparillo

Ärger gna gna. Heut auf dieser leckeren Radtour hat dieses Miststück von Fotoapparat schon wieder gestreikt, aber darin war er immerhin mal konsequent und hat nach dem dritten Foto den Dienst quittiert. Er tut so als täte er noch, Einschalten, Zoom und Bedienung alles ok, aber der Autofokus stellt scharf was ihm gefällt, und das unterscheidet sich deutlich von dem was mir gefällt. Mann hatte ich wieder dicke Backen, es waren so nette Motive heute, ich hätt das Teil bis in den Bodensee schmeißen können. Das ist nicht das erste Mal daß ich mich über dieses Ding ärgere, aber heut sicher das letzte Mal. Paarmal hat er mir schon meine scheinbar nettesten Tourenfotos auf Ansicht „Brille, minus zehn Dioptrieen“ fokussiert. Dabei hatten wir uns anfangs ganz gut verstanden. Das Teil namens Traveler Slimline kam von Aldi für immerhin nicht grad schlappe 199 Öre, hat 6MPixel und passt in jedes Radtäschle rein. Macht sogar einen stabilen Eindruck, nur die magere Akkuleistung nervt total. Das war mein dritter und letzter Anlauf mit einer Billig Discounter Digikamera. Einzig meine Nikon SLR hat mich noch nicht enttäuscht [wie meine ganz alte Canon A1]. Die Nikon hat aber richtig was gekostet, und dank ihrer Größe kann sie leider leider leider nicht auf jeder Radtour dabei sein.

Also Schluß jetzt mit dem Theater. Morgen wird gegoogelt, Zielrichtung heißt Canon Ixus, oder was Vergleichbares. Montag geh ich entweder in den Laden, oder das neue Schätzchen meiner Wahl wird her amazonisiert. Ohne Fotoapparillo fühl ich mich einfach nicht komplett angezogen …

Sonntagabend-Ausfahrt

Der Wetterbericht hält heut nur halb was er an Sauwetter versprochen hat, sieht gar nicht schlecht aus am Morgen. Trotzdem trau ich dem Frieden nicht und geh lieber erstmal in die Fitnessbude. Steffi verspricht mir „Heut regnets ganz sicher nicht“ aber schon vor der Tür müssen wir uns unterstellen, weil sonst ihre Ziggi von Regen ausgelöscht würde. Radfahren fällt daher erstmal aus. Mittags mach ich ausgiebig Siesta, aber um halb fünf nachmittags hab ich die Nase voll von der Faulenzerei, die Straßen sind trocken, also nix wie raus mit dem Blauen Bike. Der Westwind bläst enorm stark, daher möcht ich mir den für den Rückweg aufheben und fahr erstmal gegen den Wind nach Tuningen, Sunthausen und ab da mit sattem Seitenwind und Schräglage bis Geisingen. Der Himmel hat heut optisch wirklich was zu bieten, fette graue Wolken und vom Schwarzwald rüber eine schwarze Regenwand, daß man Angst bekommen könnte. Zwischen den Wolken zwängt sich gelegentlich eine sagenhafte Feierabendbeleuchtung hindurch, und gegen später guckt auch der dreiviertelvolle Mond durch die Lücken. Meine Taktik geht auf, der Wind dreht sich ja üblicherweise im Verlauf einer Tour immer auf frontal, aber ich bin heut schneller als er und laß mich von Geisingen an mit 30’er Schnitt bis Tuttlingen tragen. Ab hier geht es in fast völliger Dunkelheit die letzte paar km heimwärts, und ich freu mich über diese super Sonntagabend-Runde. [67 km].

Feierabendrunde Nr. 6

Die Heuberg-Runde mit Sahnehäubchen.

Erst sechs Feierabendrunden dieses Jahr? – kommt mir so wenig vor. Ich sollte mir doch bisle mehr Mühe geben. Find ich. Heute findet das vorhergesagte Sauwetter in Form von blauestem Himmel mit den schönsten Schäfchenwolken, die man sich nur wünschen kann, statt. Den ganzen Tag. Gibts bei der Wettervorhersage auch sowas wie Produkthaftung? Die halten ja nie ein was sie versprechen. Die Schweizer sind vorsichtiger und nennen das Wetterprognosen, was deutlich ehrlicher klingt. Lediglich die Temperatur ist mit 4°C im Schatten am Nachmittag nicht ganz radkonform.

Schnell entschlossen steig ich mit dem Blauen Rad in die Heubergrunde ein, Dürbheim, Böttingen und dort Richtung Wehingen. An der Wehinger Steige runterwärts liegt wieder Schnee rechts und links im Wald und ich träum von meinen Handschuhen, die sich zuhaus gemütlich und untätig im Schrank räkeln. Uffm Heuberg ischs halt immer einen Kittel kälter als anderswo. Wehingen, Reichenbach, Egesheim fliegen vorbei. An der Bära entlang ist die Abendbeleuchtung mit dem blauen Himmel fast kitschig schön wie im Möbelhaus die Großformat Tapeten im Hintergrund. Und hier is alles echt! Als Krönung steht der fast volle Mond hinter der Bilderbuch-Szene.

In Bäratal laß ich mich zu einem Schmankerl verführen und nehm anstelle der schattigen Talstrecke die Variante „links hoch“. Das Blaue Bike trägt mich eifrig die Serpentinen meiner ehemaligen Motorrad-Hausstrecke hoch bis direkt auf den Knopfmacher Fels. Mit diesem kleinen Umweg hab ich nochmal eine Viertelstunde Sonnenschein gratis :-) Zeit zum Kaffi ist heut leider nicht… Nach Fridingen runter gehts von alleine, und bis Mühlheim bestaun ich wieder einmal mehr die Felsen auf der anderen Donauseite. Das Lippachtal fällt heut mal aus, das war vorgestern schon dran, und so ist ab jetzt alles ebene Strecke bis Tuttlingen. Einige Jogger sind unterwegs, eingepackt wie Mumien. Die ham Angst vorm Ozonloch lautet meine Diagnose. Mann bin ich froh mit dem Radl, Joggen bei der Kälte, igitt. Völlig ungesund. Der Abendhimmel hinterm Wurmlinger Berg ändert sich langsam von orange über rot auf violett. Schade, das ohne Foto. Um sieben zuhaus. Resumee: Traumhafte Runde, Beleuchtung vom Feinsten, Temperatur etwas unterm Wohlfühlbereich. [68 km].

Daten sichern

Das sollte man nicht nur ab und zu mal tun, sonst kann es böse Überraschungen geben. Erleb ich jeden Tag und werd sogar dafür bezahlt. Privatim schieb ich üblicherweise das Sichernswerte unregelmäßig, je nach Bilderaufkommen, mit robocopy auf externe USB disk. Meine Sql-Db’s hatten das auch schon lange mal nötig, aber solang nix Schlimmes passiert ist ….. wird man ja gerne nachlässig. Allerdings hab ich schon reichlich rumgegrübelt wie das mit mysqldump -jede -menge -optionen wohl zu bewerkstelligen wäre. Weil ich nämlich command-line verwöhnt bin. Aber auch die man-pages ham kein Licht in mein Dunkel bringen können.

Alles Quark. Es gibt ja PhpMyAdmin, da geht das alles ganz einfach. Dachte ich. So hatte ich mir das auch schon zu Gemüte geführt, und bin leider mit meinem guten Vorsatz auch hier ob der kaum überschaubaren und komplett unverständlichen Klick-Boxen gestrandet.

Gestern kam mit etwas Nachhilfe Licht ins Dunkel, und mit ein paar Klicks war die Sache in trockenen Tüchern. Danke Ilona :-)

Feierabendrunde Nr. 7

Kleine Heubergrunde mit Tücken. Etwas weniger Zeit als sonst, daher könnt ich ja heute abend anstelle weit wegzufahren, nur ein paar Steigungen hochkurbeln, denk ich ahnungslos, und so bin ich kurz vor fünf mit dem Blauen Bike im Sonnenschein unterwegs nach Böttingen. Schon runterwärts nach Egesheim bin ich froh, außer den Handschuhen auch mal wieder diese fiesen Neopren-Pariser über die Füße gezogen zu haben, so kalt ist es. Trotzdem hab ich noch echt gute Laune, kein Wunder, bergab mit Rückenwind das schöne Bäratal entlangfliegen, das ist klasse. Daß die hübschen Schäfchenwolken sich schon dick und schwarz gefuttert haben, blend ich erstmal aus. Kurz hinter Bäratal biegt das Blaue Bike mit mir rechts ab diese zähe Steigung mit 14% nach Kolbingen rauf. Dort macht sich Sonne rar, saukalter Gegenwind, der Spaß läßt deutlich nach und ich denk in der Fitnessbude wärs wärmer gewesen. Ab Königsheim fliegen mir die ersten Schneeflocken hinter die Brille, und schon eine Viertelstunde später in Böttingen ist die Landschaft ringsum weiß und ich seh aus wie ein Schneemann. Noch ein paar nasse Kilometer bis zum Steinbruch, dann kann ich abschalten und im Halbdunkel mit Schneetreiben die Abfahrt nach Dürbheim genießen. Die Weltuntergangs-Aussicht ins Tal ist unglaublich! Trotz der paar Widerlichkeiten komm ich gutgelaunt heim, die Rauhe Alb hat ihrem Namen Ehre gemacht. Tolle Abendausfahrt mit unerwartetem Ausgang. Klasse, bisle Abenteuer darf ja dabei sein. [56 km].

Gute Nacht ?

Hilfe! Was um alles in der Welt veranlasst diesen Knaller vor meinem Fenster, nachts um viertel vor zwölf lautstark die zwei Zentimeter Neuschnee zusammenzuscharren?

1. Schneeräumpflicht? 2. Kehrwoche? 3. Nachtruhe? Keine Sorge, ist alles in der heiligen Hausordnung geregelt. Hier widersprechen sich lediglich ein paar Vorschriften. Offensichtlich hat jemand vergessen, die Hierarchie dieser Grundpfeiler der schwäbischen Weltordnung zu sortieren. Da müßte man doch umgehend eine Regelung schaffen. Sonst könnte ja jeder kommen und machen was er will. Und des wolle mir ja scho gar net, gell …

Motorrad fahren, die Erste.

Dieser Vollmond ist schuld. Um die Zeit könnt ich auch schlafen, dann würd ich morgens nicht so in den Seilen hängen. So guck ich mal was noch an Fotos rumliegt. Mir wird klar, daß ich mit Motorrad fahren echt früh angefangen hab. Hier der Autor dieses Blogs auf seiner ersten Papas BMW. Und schon infiziert mit dem Motorradvirus.

P.S. Diese Infektion hab ich mittlerweile so gut wie hinter mir. Endlich.

Ostersamstags-Ausfahrt 2008

Echt erfrischend das Osterwetter da draußen.

Meine heutige schlechte Laune hat zwar seinen nicht wetterabhängigen Grund, aber keinerlei Berechtigung zum Fortbestand, sag ich mir. Deshalb schnapp ich mir nach der Siesta um zwei Uhr nachmittags das kleine Blaue Rad, um den Kopf mal ordentlich durchzulüften. Erstmal über Seitingen, Tuningen nach Bad Dürrheim, was abseits der Strasse nicht überall ganz einfach ist, der Schneematsch ist stellenweise frech genug, mich irgendwo in den Acker zu lotsen. Macht heute nix, das Frühlings Winter Wetter gibt alles, toller blauer Himmel, im Waldcafe schlürf ich einen Kaffi und mit reichlich Gegenwind kurbel ich bis Geisingen weiter, wo der blaue Himmel doch schon ziemlich graue Falten bekommen hat. Trotzdem fahr ich noch immer gut motiviert auf den Hegaublick, hier gibts Kaffee Nr.2. Kein Motorradfahrer weit und breit, wo doch sonst Ostern der Bär hier los ist. Muß doch wohl am Wetter liegen, oder sind die alle am Gardasee?

Der Hegaublick liegt ja recht weit oben, weshalb die nächste Viertelstunde üblicherweise ne tolle Abfahrt bietet. Der mittlerweile dunkelgraue Himmel fängt grad jetzt an, mit fetten nassen Schneeflocken zu werfen, und weil es ja von hier aus ohne Ausweichmöglichkeit wirklich schnell bergab geht, find ich diese schöne Abfahrt heute mal so richtig zum Kotzen. Keine Chance außer Brille abwischen, ab und zu den Schnee von den Klamotten klopfen und weiter. In Möhringen entschließ ich mich, da ich ja eh schon völlig eingesaut bin, zu einem kleinen Umweg zum Konzenberg durchs schöne Krähenbachtal, von dem ich dank Schneetreiben leider nichts erkennen kann. Die restlichen paar km sind Routine, alles zusammen eine spannende Samstagstour, hat Spaß gemacht. Stattdessen aufm Sofa versacken hätte ich keinesfalls wollen :-) [83 km].

Achso. Fast hätt ich die Bilder vergessen ….

Ostersonntags-Ausfahrt 2008

Der soeben angefangene Frühling läßt sich doch arg hängen, aber ist ja egal, kann nur besser werden. Die Rumhängerei auf dem Sofa hab ich heute nachmittags um drei dicke und mach mich bei 2°C, diesmal gut eingepackt, mit dem Blauen Bike auf mit Ziel Neckarburg an der A81, um dort paar Fotos zu machen. Dank schwarzen Wolken bieg ich schon in Spaichingen ab vom Weg, weiter über Hausen o.V. Gunningen, Schura, Weigheim nach Dauchingen. Das bisle blauer Himmel wird gleich abgeknipst, gut so, danach ist eh rum mit Schönwetter. Nach Villingen weiter? Der ekelhaft kalte Wind dreht mich um, so lande ich in Niedereschach, von dort weiter nach Horgen. Alles windgeschützt im Tal mit der Folge, daß man ja dort wieder hoch kurbeln muß. Durch Rottweil, Aldingen wieder heim. Bewertung: Bis auf wenige Ausnahmen völlig nervtötende Kurbelei entlang großen Straßen und durch Industriegebiete, allerdings mit hohem Frischluftfaktor, und Temperaturen echt zu fresh. Jetzt weiß ich wo ich nicht wieder hinfahr. [77 km].

Die wenigen Schönwetterbilder gibts hier.

Schlimmer Anruf ;-)

Es ging ja bisher eigentlich ganz gut voran mit meiner Radelei in diesem Jahr. Auch mit der Motivation war bislang alles ok, hab mir ja immerhin etwas Mühe gegeben. Bis dieser Anruf gestern abend auf meiner Handy-Fonbox landete.

„Hi Andi, bin auf dem Weg nach Mallorca, Rennrad ist dabei. Werd mir die Kilometer wieder holen, die Du mir in der Zwischenzeit abgeluchst hast. Gruß, der Lutzilator.“

Schßdrck. Das mußte ja schiefgehen, hatte ich doch seine völlig zugestresste Prüfungszeit ausgenutzt, auf dem Rad langsam aber sicher mal Gas zu geben. Ohne meinem kleinen Brüderchen Bericht zu erstatten. Jetzt hat er alle Zeit der Welt, und wie ich ihn kenne, hat er in spätestens zwei Monaten das Doppelte auf der Uhr wie ich. Und sowas nennt sich Geschwisterliebe ;-) ?

Das hier isser.

Ostermontags-Ausfahrt 2008

Kaffeefahrt an den Bodensee

Heute ist ein Besuch in meinem Fitnesscenter fest eingeplant, weil mir die Fahrerei in der Kälte gestern auf die Nerven ging, aber bei dem strahlend blauen Himmel am Morgen entschließ ich mich umgehend zum gemütlichen Spazierenfahren an den Bodensee mit dem Kleinen Blauen Rad. Soviel Sport ist ja eh nicht gut. Einziger Haken: die -9°C morgens sind etwas wenig. Um elf Uhr hats schon -1°C, nix wie los also. Über Tuttlingen nach Emmingen hoch, fantastischer Himmel mit Weite zum Sattgucken, runter ins Wasserburger Tal, nach Eigeltingen, bergab mit Rückenwind bin ich ruckzuck in Bodman, wo ich heute endlich am Hafen meinen schon vor zwei Wochen geplanten Kaffee inclusive warmem Apfelstrudel abholen kann. Keinen Fatz Schnee haben die hier unten.

Der Bodensee liegt auf 400m, ich wohn auf 700m, ich soll retour also gegen den Wind bergauf treten? Dazwischen liegt ja noch Emmingen mit fast 800m. Nee, geht nicht. Ein Umweg soll den Gegenwind überlisten, deshalb lass ich mich an die Aachquelle fahren, Pause und Kaffee Nr.2. Es geht weiter nach Engen, wo ich meinem geplagten Rad in der Autowasche das Straßensalz vom Leib sprühe. Unter der A81 hindurch such ich mir ein kleines warmes Seitental hoch nach Hattingen. Von hier ist es auf den Witthoh ein Katzensprung, und oben bläst ein abenteuerlicher Wind Schneeverwehungen auf die Straße. Runter nach Emmingen und schon bin ich wieder Punkt fünf im Telesina in Tuttlingen. Präzisionsarbeit ungeplant. Pizza Napoli piccolo con molto aglio e poco picante, e una vino di casa. Grazie. Molto bene.

Und jetzt? Ist ja noch bis sieben hell. Heimfahren kommt nicht in Frage, ich denk schon mit Schrecken an die Erstickungsanfälle im morgigen Büromief. Zum Nachtisch lass ich das Blaue über Seitingen auf den Hohenkarpfen fahren. Der Westwind bläst die Schneeflocken hier waagerecht, das ist praktisch, bin ich doch nur von einer Seite weiß wie ein Schneemann. Und die Auffahrt mag ich sowieso: steil und hoch, ohne Absetzen durch, keinerlei Unklarheiten. Oben stehen diverse und diffuse Großkunstwerke in der Landschaft rum. Über Hausen o.V. runterwärts bin ich schon so gut wie zuhaus. Bewertung: Sagenhafte Spazierfahrt, alles vertreten: Leckereien und Unbequemlichkeiten, Frischluft ohne Ende. [126 km].

Hier gibts Pics, Winter Winter. Wo ist die versprochene Klima-Änderung?

P.S. Daß dies nicht unerwähnt bleibt: Soviel Gesundheit für solche Touren, danach heiße Dusche, Sattfuttern, Feierabendbier zischt neben dem PC, so einen Luxus find ich nicht völlig selbstverständlich. Bin sehr dankbar für sowas. Echt.

Feierabendrunde Nr. 8

Schnelle kalte Runde

Leider fällt der Besuch in meiner Fitnessbude mangels Schlechtwetter wieder aus. Der blaue sonnige Himmel mit gelegentlichen Schnee-Kapriolen piekst mich schon den ganzen Bürotag lang. Außerdem muß mein Schulungs-Stress raus. Morgen wieder: Andi on Stage. Das Thema plagt mich echt, der Kreislauf, normalerweise unkaputtbar, wehrt sich gegen diesen Schei dieses Thema mit allen Mitteln. Nach 10 km auf den treuen Blauen Bike drehts mir den Magen auf rückwärts, leider kommt nichts raus. Probates Mittel: Angriff fahren. Dann mal los. Talheim, hoch nach Öfingen, runter nach Baldingen ist kaum Strasse unter dem Schnee zu entdecken. Eine nette schwarze Schneewolke bewirft mich, sodaß ich ständig am Brille wischen bin. Bis Geisingen hab ich Seitenwind, und ab dort geht meine Strategie wieder auf: ich kann die 20 km mit dem Wind surfen bis Tuttlingen, wobei es teilweise tückisch zugeht, gelegentlich „Fahren auf Zehenspitzen“. Herrje ist das glatt. Um sieben zuhaus, nette Runde zum Nervosität reduzieren und Adrenalin verschwenden. Nur das Problem hab ich damit nicht gelöst. [60 km].

Bilder? Nee, keine Zeit am Feierabend. Sehen eh alle gleich aus, diese weißen Schneefotos.

Kompliment.

Im Gschäft, Fachgespräch mit dem Kollegen. Er schaut mich von unten bis oben an und sagt für alle hörbar: „Du bischd ja echt en Hungerleider.“

Ein Hungerleider also. Ok, meinetwegen. Hab ich zwar noch nie so verspürt, aber Danke für Deine Wertschätzung. Ich weiß daß er es nicht ganz ernst meint. Leider weiß ich auch, daß er es nicht ganz spaßig meint.
Zehn Minuten später muß er mal raus. Stemmt seine ca. 85 kg um die Hüften rum Angespartes vom Bürostuhl, hält sich den Rücken fest und läuft wie ein abgebrochner Besenstiel zur Türe. Der junge Herr ist knapp über dreißig. „Du bischd ja ein …. “ geht mir durch den Kopf.

[Seine nächste Kur darf meine Krankenkasse zahlen.]

Manchmal bin ich gern ein Hungerleider.

Feierabendrunde Nr. 9

Surfen durch die Baar.

Gestern war radfahrtechnisch Schonzeit, vorgesehen zur Erholung, und schon fehlte mir was am Abend. Jetzt hab ich den Zusammenhang begriffen… Heute hol ich deshalb ohne Zögern das Blaue Bike ausm Keller, sieht übel zugerichtet aus durch das Straßensalz der vergangenen Tage, und nix wie los. Wir haben 5°C kalten Westwind, den kann ich aufm Rückweg überhaupt nicht brauchen. Die Richtung ist damit klar: Seitingen, dann eiskalte mühsame Gegenwind-Kurbelei bis Tuningen, danach links weg nach Sunthausen und hier wirds deutlich besser. Ab Baldingen fängts an, richtig Spaß zu machen, und dann gehts los: von Geisingen bis Tuttlingen läßt sichs trefflich vor dem Wind segeln und das kleine Radl fliegt nur so über die fast schneefreien Radwege. Das überflüssige Straßensalz wird in Tuttlingen inner Autowasche entfernt, wir fahren wir noch die paar km heim, der Kopf ist gut durchlüftet, und das Ganze war heut mal ne richtig schnelle Feierabendrunde :-) [70 km].

Feierabendrunde Nr. 10

Hegaublick

Den ganzen Tag das schöne Wetter nur durch die Bürofensterbrille anschauen dürfen, das nervt. Dank Gleitzeit pünktlich raus aus dem Mief, nix wie heim. Das treue kleine blaue Bike bekommt ne Wäsche und anschließend will ich ihm noch etwas Frühlingsluft gönnen. Nichts Anstrengendes, nur bisle Radeln. Über Tuttlingen, Möhringen, Immendingen, Hattingen gelang ich auf den Hegaublick. Oben ists zwar etwas bewölkt, aber die tiefstehende Abendsonne leuchtet einfach drunterher und daher gibts ein nettes Alpenpanorama mit meinen Lieblingsbergen Säntis und Churfirstenkette zu sehen. Da könnt ich doch mal mitm Rad hin …? Ein Stehkaffee im Hegaublick-Cafe, dann für den Heimweg anschnallen und gut festhalten, wird ganz nett schnell da runter, dementsprechend wirds auch kalt. Ab Möhringen direkt heim, heute kein Umweg, schöne Abendrunde ohne die üblichen Auswüchse, schließlich will ich mich ja erholen heute :-) [52 km]

Gemütlicher Samstag …

… in der Werkstatt:

Der Renner bekommt heut seine neuen Innereien implantiert, Shimano Ultegra 2/10 fach. Macht Spaß, das Schätzchen wieder zum Leben zu erwecken; erst Stück für Stück zusammen schrauben, jedes Kleinteil will akribisch angepasst werden. Die Schalt/Bremshebel sauber anbringen macht richtig Arbeit. Dann die Feinarbeit: Schaltung abstimmen ist ganz schön tiffelig, Bremsen justieren, Seitenschlag aus den Felgen nehmen. Anschließend noch die Kür: mit neu gewickeltem Lenkerband in dezentem Schwarz bekommt das Teil seinen Ausgehanzug verpasst. Zum Ausfahren darf es heut noch nicht, hab noch keine Lust auf Tempo.

Nach der Siesta gibts heut nur eine kleine Runde mit dem Tourer: Gemütliches Rumgondeln nach Tuttlingen, Besuch im Biergarten, weiter nach Seitingen, Hohenkarpfen, Hausen o.V. und über Spaichingen heim. [34 km]

Persönliches am 30.03.08

Plus: Endlich endlich Sommerzeit. Konnts kaum noch abwarten. Ab jetzt gibts abends wieder eine Stunde gratis. Zum Radfahren, Klettern, oder meinetwegen für andere auch zum Rasenmähen oder Autowaschen. Oder für die Unentwegten Bürohocken bis es dunkel ist. Dann können sie endlich heim, Mutti hat die Kleinen im Bett, keine Verpflichtungen mehr, außer…

Minus: Die eigene Laune heute morgen ist völlig undefiniert. Schlecht wäre der falsche Ausdruck. Gut stimmt schon gar nicht. Was is los? Hallo!?

Und jetzt? Gestern abend war ich mit Freunden zum Essen. War sehr schön. Bin anfangs nur langsam aufgetaut, um bei Gesprächen mitreden zu können. Ist bei mir so. Kann sein, daß ich zu oft allein bin, dann wird man wohl komisch. Sie gingen hinterher Hand in Hand heim, freu mich wirklich für sie. Ich kletter in meinen eiskalten Corsa und fahr allein heim. So ist das.

Heute am Sonntagmorgen draußen das Wahnsinns Wetter und in meinem Kopf hartnäckiger Bodennebel. Jetzt nix wie raus, Radeln ist angesagt, denk ich. Die schlechte Laune drängt sich nach vorn und manifestiert sich durch einen kaum zu überwindenden Hang zur Umständlichkeit, der schon bei der Auswahl der Unterhosenfarbe anfängt. Ich hab Erfahrung mit sowas. Blick aufs Thermometer, mittelwarme Radlgarnitur an und nix wie weg, bevor der Trübsinn Metastasen bilden kann.

Der Erfolg gibt mir Recht.

Donautal

Radtour durchs Däle nach Sigmaringen.

Heute nehm ich mir mal das schöne Donautal vor. Nee, leider nicht kletternderweise. Mein Blaues Bike ist momentan immer noch mein Favorit, um elf am Morgen gehts bei unglaublichem Frühlingswetter los, Tuttlingen, Fridingen, Knopfmacherfels. Die üble Laune am Morgen fängt erst nach einer Stunde an, sich langsam aufzulösen. Auf dem Knopfmacher treff ich Kletterkollegen, wir fachsimpeln eine ganze Weile über diverse Touren und Bekannte. Im Däle kennt jeder jeden, zumindest was Klettern angeht, das hat was Familiäres, und das ohne Vereinsmeierei. Tut gut, Gleichgesinnte zu finden. Über Beuron, Hausen, Thiergarten und vorbei an (ähhm) meinem Aussichtsfels bei Inzigkofen gehts weiter. Unterwegs Touris in riesigen Autos und auf schnellen Motorrädern, durchweg mit unzufriedenen Gesichtern. Meine morgentliche muffelige Laune ist inzwischen verdampft, zurück bleibt allein das Gefühl, wieder mal Symptome statt Ursachen beseitigt zu haben. Ruckzuck bin ich in Sigmaringen. Dort scheint heut alles umsonst zu sein. Massenhaft unentschlossene Leut auf den Straßen, alle Cafe’s proppevoll, was isn hier los? Nicht meine Welt, bloß weg hier, Vollgas zurück. Die Mühle in Dietfurt gewährt mir wie schon oft Asyl. Verdientes Weizenbier und weiter, gleicher Weg retour, das Däle ist nie langweilig, ich kann mich nicht sattgucken an den Felsgebilden rechts und links der Donau. Von Fridingen bis Tuttlingen gegen den Wind, das nervt heut, aber echt. Endlich im Telesina um 17.45. Pizza Napoli und Vino rosso. Hey, dreiviertelstunde zu spät heute? Nee, wie ham ja Sommerzeit, also ne Viertelstunde zu früh ;-)

Jetzt schon heimfahren? Nicht im Traum. Der laue Frühlingsabend verführt zu einer Extrarunde über den Hohenkarpfen. Da oben ist das Feierabendgefühl perfekt. Die Ruhe kann man einatmen. Hier genieß ich die erste Extra-Stunde der Sommerzeit bei tollem Abendhimmel über Baar und Schwarzwald. Anschließend flotte Abfahrt mit herrlichem Tiefblick nach Spaichingen.

Resumee: Radtour vom Feinsten. Das Blaue Rad ist unschlagbar und treu. [142 km] .

So, und paar Bilder hab ich hier gemacht.

Feierabendrunde Nr. 11

Ruhetag …

Na gut, nicht ganz. Meine Erledigungen wie Einkaufen und was an Kleinigkeiten so ansteht, mach ich ganz gern auch mitm Rad. Um fünf sind die Strassen trocken, ab mit dem Blauen Rad nach Tuttlingen, Postbesuch. Der direkte Rückweg ist mir zu kurz, dafür hätte sichs ja nicht mal gelohnt, den ganzen Radfummel anzuziehen. Die Runde heißt Möhringen, Konzenberg, Seitingen, Gunningen, Hausen o.V., Spaichingen. Alles ganz gemach, Lockerungsübungen und Frischluft tanken, nach der gestrigen Tour war der Montags-Büromief doch anstrengend. [40 km] .

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