Weitermachen wie bisher

Weitermachen wie bisher

Hilf Dir selbst sonst hilft Dir keiner. 

Wenn die lang ersehnte Auskunft und Unterstützung vom medizinischen Fachpersonal nicht so ausfällt wie erhofft, kann das daran liegen, dass die keine passende Lösung haben oder ich meine Erwartungen zu hoch oder falsch angesetzt hab. In Anerkennung der bisher gewohnt hohen Leistungen geh ich mal von Letzterem aus und überleg mir, wie es nun weitergeht.

Die bewährte Methode wäre diese:

(Fotoquelle: Daniel Aucoin, Fotograf, Kanada)

Am Eichhof

Am Eichhof

Meine Methode zur Ablenkung von lauter Zeugs, was in einen klaren Kopf nicht reingehört, ist üblicherweise, das Fahrrad oder auch die Wanderschuhe und einen Fotoapparat zu schnappen, um damit neue Ecken in unserer schönen Gegend zu erkunden, die ich bisher noch nie gesehen hab oder in denen ich vielleicht schon hundert Mal unterwegs war, aber leider oft Wesentliches oder auch Kleinigkeiten übersehen hab. Wanderschuhe sind aus Gründen momentan leider tabu. Wird hoffentlich bald wieder.

Der Eichhof liegt irgendwo oben bei Aixheim, man kommt da nicht aus Versehen hin, sondern muss schon mit dem Radl nacheinander in mehrere Sackgassen hinein und wieder heraus fahren, um dort mit freundlicher Einsamkeit begrüsst zu werden. Dann das Fahrrad abstellen, Foto rausholen und die Gegend auf sich wirken lassen und versuchen, abzuschalten. Anschliessend versuchen, zu sehen, was man denn da so auf dem Bild eingefangen hat. 

Ein einfacher Holzschuppen mit geknicktem Dach, ein alter Anhänger davor, ein rostiges Emailleschild, das einem sagt: hier ist der Eichhof, eine Eiche rechts, ein vertrockneter Baum links, ein Dachgeschoss, an dem die Tür fehlt, eine trockene Wiese im Vordergrund, eine Teerstrasse rechts, die irgendwo hinführt, ein Tannenwald im Hintergrund, blauer Himmel mit Wolken, die man an einer Hand abzählen kann und 35 Grad Celsius, die man auf dem Bild nicht sieht.

Wie einfach kann die Welt aussehen. 

Hier der Schopf vom Eichhof, wobei Schopf ist eher Schwäbisch und das ist so etwas Ähnliches wie ein Schuppen auf Normaldeutsch. 

Freitag, 14. August 2026 – Der Aixheimer Fuchs

Freitag, 14. August 2026 – Der Aixheimer Fuchs

Aha, jetzt gibt es was über den Fuchs zu lesen?
Die Überschrift  suggeriert möglicherweise eine abenteuerliche Fuchsjagd oder sonst was.

Nun ja, heute leider kein Fuchsfoto. Schade. Dabei hatte ich mich wirklich um ein Foto bemüht, hatte den Fuchs in einem Maisfeld hinter Aixheim schon seit einer ganzen Weile beobachtet, der war komplett ohne Scheu und stand regelmässig am Weg, der sah halb verhungert und verdurstet aus und schien auf der letzten Rille zu laufen. Aber so einen alten Fuchs, den überlistet man nicht, indem man sich neben das Maisfeld hockt und auf eine Gelegenheit für ein Foto wartet, der ist inzwischen lange auf der anderen Seite aus dem Maisfeld raus und beobachtet seinerseits den wartenden Fotografen.

Stattdessen gibt es ein Foto von dieser schönen Malve auf dem Michelfeld. Eine Grasfläche von mehr als einem Hektar, auf der nahezu alles braun vertrocknet war und mittendrin einsam diese rosa Wunderblume, die sich anscheinend um Trockenheit oder Sommerwärme nicht schert. Na sowas!

Sommer am Obstbaumweg

Sommer am Obstbaumweg

Für die Chronik

Ein Sommerfoto vom Obstbaumweg, dort ist von zuhause aus der kürzeste Aufstieg zum Dreifaltigkeitsberg auf etwa 980 Meter hoch. Der Apfelbaum winkt mit seinen wenigen noch vorhandenen Ästen zum Gruss, so scheint es, aber da sind wir nie so ganz sicher. Im Hintergrund links geht es am Balgheimer Panoramaweg entlang zum Dreifaltigkeitsberg hoch, in der Mitte ganz hinten sieht man Russberg und Risiberg und rechts steht der Zundelberg. 

Mittwoch, 12. August 2026 – Sonnenfinsternis

Mittwoch, 12. August 2026 – Sonnenfinsternis

So etwas gab es schon lange nicht mehr: die Sonnenfinsternis 2026.
Gegen dieses aktuelle Event war die von 1999 ja beinahe nur Kindergeburtstag. 
Weshalb?

Es ging schon los am späten Abend, erst nur langsam, dann wurde es ganz offensichtlich immer schneller dunkel. Gegen 22 Uhr war dann draussen kaum noch was zu sehen, die Strassenlaternen halfen, draussen das Nötigste zu erkennen und etwas später war der Himmel fast rabenschwarz, wären da nicht eine Handvoll Sterne zu erkennen gewesen. Eine abenteuerliche Stimmung! Die Finsternis hielt sich geschlagene sieben Stunden, dann, so etwa gegen Morgen um 5 Uhr, hellte es sich wieder auf und anschliessend tauchte die Sonnenscheibe langsam am Osthimmel wieder auf.

Ein denkwürdiges Ereignis, an das man sich lange erinnern wird!

Warten

Warten

Warten können ist meine Stärke!
Geduld haben ist meine grösste Eigenschaft!
Nichts bringt mich aus der Ruhe, es kann dauern solange es will! 

Diese schönen Mantras kann man zur scheinbaren Beruhigung vor sich hin beten, nur haben die alle eines gemeinsam: 
Sie funktionieren nicht.  

Wenn man auf den Befund eines MRT wartet, der die nähere Zukunft nach rechts oder links biegen kann, hat man keine Geduld.

Meine Güte. Sowas kann anstrengend sein. 

Der Sonnenblumenwender

Der Sonnenblumenwender

Irgendwann im Leben hat mir jemand den Floh ins Ohr gesetzt, als Beruf Sonnenblumenwender zu werden. Das ist jemand, der die überall vorhandenenen vielen Sonnenblumen tagsüber je nach Sonnenstand, der sich ja, wie bekannt ist, ständig ändert, immer in die richtige Richtung zur Sonne hin dreht. Klar, das ist ein Beruf mit Zukunft, Sonnenblumen wachsen immer und die wollen ja auch immer in die korrekte Richtung schauen und dazu muss sie einer dorthin drehen. Aber etwas Zweifel an der Berufswahl blieb immer, das Bauchgefühl war der Meinung „da stimmt was nicht“. 

Unsere momentan schönen und gut bestückten Sonnenblumenfelder, die hier fast hinterm Haus wachsen, die zeigen, daß es auch ohne den Sonnenblumenwender funktioniert. Die vielen Sonnenblumen zeigen auch fast alle gleichzeitig in eine bestimmte Richtung, aber komplett anders als erwartet. Die haben, so scheint es, ihren eigenen Kopf, die zeigen überhaupt nicht in die Richtung, wo die Sonne gerade scheint. Die drehen sich tagsüber nach irgendwo, gerne nach Norden oder Osten. Und nun? Wie kommt das denn? Hä?

Heute haben wir das schlaue Internet, da kann man ja alles fragen. Und da hab ich mal nachgehakt „Warum drehen sich Sonnenblumen von der Sonne weg anstatt hin“. Die Antwort, schneller und ausführlicher als erwartet, ist eindeutig und verständlich. Die Kurzfassung:

Junge Sonnenblumen drehen sich tagsüber von Osten nach Westen zur Sonne hin. Nachts wachsen sie an der Westseite schneller und biegen sich dadurch wieder nach Osten zurück, um den nächsten Sonnenaufgang zu erwarten. Ausgewachsene Pflanzen stoppen diese Bewegung und blicken dauerhaft nach Osten, um sich morgens schnell aufzuwärmen und Insekten anzulocken. 

Wow. Beeindruckend, was die Sonnenblumen so beherrschen, ohne daß ihnen das jemand erklären musste. 

Regen machen

Regen machen

Regen machen, so einfach aus dem Nichts heraus, das ist eine seltene Kunst.

Dabei ist das gar nicht so schwierig, wir haben inzwischen den Dreh heraus. Einfach aufs Fahrrad setzen und los fahren. Spätestens eine halbe Stunde von zuhause weg kommt ein Guss runter, der in keiner der Seiten wie wettermärchen.de oder sonstwo angezeigt wurde. Wieder zuhause, sind nicht nur die Räder sauber, auch die verschwitzten Radelklamotten sind mal wieder gut durchgespült. 

Im Hochseilgarten

Im Hochseilgarten

Ein Hochseilgarten? Was ist denn das nun wieder?

Im Sprachgebrauch haben sich verschiedene Bezeichnungen für fast dasselbe Dingsda etabliert:
Seilgarten, Waldseilgarten, Kletterpark, Abenteuerpark oder ähnliche Bezeichnungen.
Kennt vermutlich fast jeder, solche Anlagen gibt’s überall.

Auch hier, nur wenige Kilometer von zuhause weg, gibts einen solchen Seilgarten. Der gehört einer in der Nähe ansässigen Brauerei und deshalb ist auch direkt unter dem Seilgarten ein urgemütlicher Biergarten mit der dazu passenden Kneipe angesiedelt. Wer nicht zwischen den Bäumen rumhangeln mag, der findet vielleicht in dem ebenfalls schick angelegten Minigolfplatz seine Herausforderung.

Wir wollten also vor einigen Tagen unsere nigelnagelneuen Kletterhelme probeweise auf dem Kopf ausführen und sind dazu in eben diesen Seilpark gegangen. Das war nun komplett neues Terrain für uns. Gleich vorweg: mit Klettern hat das Ganze überhaupt nichts zu tun. Das ist ein spannendes Spiel mit der körperlichen Geschicklichkeit, gefordert sind etwas Kraft in den Armen und vor allem viel Gleichgewichtsgefühl. Hat man sich anfangs mal an die ziemlich störrischen Sicherungsgurte gewöhnt, kommt schon nach einem einzigen Parcours die Erleuchtung: das macht ja Laune!

Die Herausforderungen bestehen überwiegend darin, etliche Meter über dem Boden auf total wackelig angelegten Tritten, Seilen, Stufen und sogar Slacklines zwischen den Bäumen von einer festen Plattform auf die nächste rüber zu wechseln. Versucht man, korrekt rüber zu kommen, dann spürt man kribbelig in den Füssen und unterm Helm (auf der Kopfhaut!) die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade. Passieren kann nichts, die Sicherungskette ist durchgehend und zwingend einzuhängen. Wer dabei komplett versagen sollte, der semmelt gerade mal einen halben Meter tiefer in den Gurt rein und kann sich dann an einem Führungsseil zur nächsten Plattform vorhangeln. Wer es rüber geschafft hat, dem winkt eine flotte hängende Seilabfahrt ins Tal runter und zum Einstieg in den nächsten Parcours, von denen hier sich ca. sieben oder sinds acht (? sorry I hab’s net zählt) in verschiedenen Schwierigkeitsstufen aneinander reihen.

Bewertung: Des is a mords Gaudi, mit dem ich nie gerechnet hätte.
Deutlich besser als erwartet – und die nächste Runde ist eingeplant.

Für den nächsten Besuch nehmen wir uns die anspruchsvollere Variante für Fortgeschrittene vor: