Der Spatz vom Nachbardach

Der Spatz vom Nachbardach

Den Spatz vom Wallraffplatz kennt sicher jeder, der in den Siebzigern aufgewachsen ist und damals einen Fernseher besass. 

Für unseren persönlichen Spatz hier brauchen wir nicht mal einen Fernseher. Den Vogel können wir täglich an die zwölf Stunden lautstark und live erleben. Schaut man früh morgens aus dem Fenster, hockt er schon lange dort an seinem Lieblingsplatz und macht Radau. Abends draussen auf dem Balkon sitzen – ebenfalls mit Unterhaltung. Und den ganzen Tag über hat der auch nichts anderes zu tun, als dort zu sitzen und zu meckern. Dabei passt ihm das überhaupt nicht, wenn jemand rauskommt und ihm auf dem Balkon gegenüber sitzt. Dann hupft er sofort die Dachpfannen hoch bis zum First, meckert energisch vor sich hin und drückt sein offensichtliches Missfallen an der unerwünschten Gesellschaft schon mit der ganzen Haltung aus. Oben wird dann so lange gelauert, bis die Luft wieder rein ist und er ungestört auf seinen Stammplatz runter kann. 

Was der da energisch und lauthals zu erzählen hat, ist unklar. Wir dachten anfangs, der verteidigt dort sein Revier oder er wartet auf eine Spatzenfrau, die ihm ein paar Eier legt. Wenn jedoch ein Weibchen Interesse zeigt, ist er verschwunden. Auch hier, sobald die Dame weg ist, hockt er wieder da und macht Lärm. Vielleicht ist der ja andersrum und hat es nicht so mit Frauen, dachten wir manchmal, aber auch die Theorie lässt sich nach weiterem Beobachten nicht halten. 

Auf jeden Fall sorgt das Vieh ständig für Unterhaltung und man kann nicht anders, als seine Beharrlichkeit und sein Durchhaltevermögen zu bewundern:

2 Gedanken zu “Der Spatz vom Nachbardach

  1. Der Spatz hat vielleicht seine Bestimmung irgendwo im Leben gefunden, oder eine Frau kennengelernt. Der lässt sich momentan ziemlich gehen!

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