Der Sonnenblumenwender

Der Sonnenblumenwender

Irgendwann im Leben hat mir jemand den Floh ins Ohr gesetzt, als Beruf Sonnenblumenwender zu werden. Das ist jemand, der die überall vorhandenenen vielen Sonnenblumen tagsüber je nach Sonnenstand, der sich ja, wie bekannt ist, ständig ändert, immer in die richtige Richtung zur Sonne hin dreht. Klar, das ist ein Beruf mit Zukunft, Sonnenblumen wachsen immer und die wollen ja auch immer in die korrekte Richtung schauen und dazu muss sie einer dorthin drehen. Aber etwas Zweifel an der Berufswahl blieb immer, das Bauchgefühl war der Meinung „da stimmt was nicht“. 

Unsere momentan schönen und gut bestückten Sonnenblumenfelder, die hier fast hinterm Haus wachsen, die zeigen, daß es auch ohne den Sonnenblumenwender funktioniert. Die vielen Sonnenblumen zeigen auch fast alle gleichzeitig in eine bestimmte Richtung, aber komplett anders als erwartet. Die haben, so scheint es, ihren eigenen Kopf, die zeigen überhaupt nicht in die Richtung, wo die Sonne gerade scheint. Die drehen sich tagsüber nach irgendwo, gerne nach Norden oder Osten. Und nun? Wie kommt das denn? Hä?

Heute haben wir das schlaue Internet, da kann man ja alles fragen. Und da hab ich mal nachgehakt „Warum drehen sich Sonnenblumen von der Sonne weg anstatt hin“. Die Antwort, schneller und ausführlicher als erwartet, ist eindeutig und verständlich. Die Kurzfassung:

Junge Sonnenblumen drehen sich tagsüber von Osten nach Westen zur Sonne hin. Nachts wachsen sie an der Westseite schneller und biegen sich dadurch wieder nach Osten zurück, um den nächsten Sonnenaufgang zu erwarten. Ausgewachsene Pflanzen stoppen diese Bewegung und blicken dauerhaft nach Osten, um sich morgens schnell aufzuwärmen und Insekten anzulocken. 

Wow. Beeindruckend, was die Sonnenblumen so beherrschen, ohne daß ihnen das jemand erklären musste. 

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