Am Eichhof
Meine Methode zur Ablenkung von lauter Zeugs, was in einen klaren Kopf nicht reingehört, ist üblicherweise, das Fahrrad oder auch die Wanderschuhe und einen Fotoapparat zu schnappen, um damit neue Ecken in unserer schönen Gegend zu erkunden, die ich bisher noch nie gesehen hab oder in denen ich vielleicht schon hundert Mal unterwegs war, aber leider oft Wesentliches oder auch Kleinigkeiten übersehen hab. Wanderschuhe sind aus Gründen momentan leider tabu. Wird hoffentlich bald wieder.
Der Eichhof liegt irgendwo oben bei Aixheim, man kommt da nicht aus Versehen hin, sondern muss schon mit dem Radl nacheinander in mehrere Sackgassen hinein und wieder heraus fahren, um dort mit freundlicher Einsamkeit begrüsst zu werden. Dann das Fahrrad abstellen, Foto rausholen und die Gegend auf sich wirken lassen und versuchen, abzuschalten. Anschliessend versuchen, zu sehen, was man denn da so auf dem Bild eingefangen hat.
Ein einfacher Holzschuppen mit geknicktem Dach, ein alter Anhänger davor, ein rostiges Emailleschild, das einem sagt: hier ist der Eichhof, eine Eiche rechts, ein vertrockneter Baum links, ein Dachgeschoss, an dem die Tür fehlt, eine trockene Wiese im Vordergrund, eine Teerstrasse rechts, die irgendwo hinführt, ein Tannenwald im Hintergrund, blauer Himmel mit Wolken, die man an einer Hand abzählen kann und 35 Grad Celsius, die man auf dem Bild nicht sieht.
Wie einfach kann die Welt aussehen.
Hier der Schopf vom Eichhof, wobei Schopf ist eher Schwäbisch und das ist so etwas Ähnliches wie ein Schuppen auf Normaldeutsch.