Andis Radwelt

Meine gesammelten Radtouren

Ostersonntags-Ausfahrt 2008

Ostersonntags-Ausfahrt 2008

Der soeben angefangene Frühling läßt sich doch arg hängen, aber ist ja egal, kann nur besser werden. Die Rumhängerei auf dem Sofa hab ich heute nachmittags um drei dicke und mach mich bei 2°C, diesmal gut eingepackt, mit dem Blauen Bike auf mit Ziel Neckarburg an der A81, um dort paar Fotos zu machen. Dank schwarzen Wolken bieg ich schon in Spaichingen ab vom Weg, weiter über Hausen o.V. Gunningen, Schura, Weigheim nach Dauchingen. Das bisle blauer Himmel wird gleich abgeknipst, gut so, danach ist eh rum mit Schönwetter. Nach Villingen weiter? Der ekelhaft kalte Wind dreht mich um, so lande ich in Niedereschach, von dort weiter nach Horgen. Alles windgeschützt im Tal mit der Folge, daß man ja dort wieder hoch kurbeln muß. Durch Rottweil, Aldingen wieder heim. Bewertung: Bis auf wenige Ausnahmen völlig nervtötende Kurbelei entlang großen Straßen und durch Industriegebiete, allerdings mit hohem Frischluftfaktor, und Temperaturen echt zu fresh. Jetzt weiß ich wo ich nicht wieder hinfahr. [77 km].

Die wenigen Schönwetterbilder gibts hier:

Ostersamstags-Ausfahrt 2008

Ostersamstags-Ausfahrt 2008

Echt erfrischend das Osterwetter da draußen.

Meine heutige schlechte Laune hat zwar seinen nicht wetterabhängigen Grund, aber keinerlei Berechtigung zum Fortbestand, sag ich mir. Deshalb schnapp ich mir nach der Siesta um zwei Uhr nachmittags das kleine Blaue Rad, um den Kopf mal ordentlich durchzulüften. Erstmal über Seitingen, Tuningen nach Bad Dürrheim, was abseits der Strasse nicht überall ganz einfach ist, der Schneematsch ist stellenweise frech genug, mich irgendwo in den Acker zu lotsen. Macht heute nix, das Frühlings Winter Wetter gibt alles, toller blauer Himmel, im Waldcafe schlürf ich einen Kaffi und mit reichlich Gegenwind kurbel ich bis Geisingen weiter, wo der blaue Himmel doch schon ziemlich graue Falten bekommen hat. Trotzdem fahr ich noch immer gut motiviert auf den Hegaublick, hier gibts Kaffee Nr.2. Kein Motorradfahrer weit und breit, wo doch sonst Ostern der Bär hier los ist. Muß doch wohl am Wetter liegen, oder sind die alle am Gardasee?

Der Hegaublick liegt ja recht weit oben, weshalb die nächste Viertelstunde üblicherweise ne tolle Abfahrt bietet. Der mittlerweile dunkelgraue Himmel fängt grad jetzt an, mit fetten nassen Schneeflocken zu werfen, und weil es ja von hier aus ohne Ausweichmöglichkeit wirklich schnell bergab geht, find ich diese schöne Abfahrt heute mal so richtig zum Kotzen. Keine Chance außer Brille abwischen, ab und zu den Schnee von den Klamotten klopfen und weiter. In Möhringen entschließ ich mich, da ich ja eh schon völlig eingesaut bin, zu einem kleinen Umweg zum Konzenberg durchs schöne Krähenbachtal, von dem ich dank Schneetreiben leider nichts erkennen kann. Die restlichen paar km sind Routine, alles zusammen eine spannende Samstagstour, hat Spaß gemacht. Stattdessen aufm Sofa versacken hätte ich keinesfalls wollen 🙂 [83 km].

Und hier noch ein paar Fotos::

Feierabendrunde Nr. 7

Feierabendrunde Nr. 7

Kleine Heubergrunde mit Tücken. Etwas weniger Zeit als sonst, daher könnt ich ja heute abend anstelle weit wegzufahren, nur ein paar Steigungen hochkurbeln, denk ich ahnungslos, und so bin ich kurz vor fünf mit dem Blauen Bike im Sonnenschein unterwegs nach Böttingen. Schon runterwärts nach Egesheim bin ich froh, außer den Handschuhen auch mal wieder diese fiesen Neopren-Pariser über die Füße gezogen zu haben, so kalt ist es. Trotzdem hab ich noch echt gute Laune, kein Wunder, bergab mit Rückenwind das schöne Bäratal entlangfliegen, das ist klasse. Daß die hübschen Schäfchenwolken sich schon dick und schwarz gefuttert haben, blend ich erstmal aus. Kurz hinter Bäratal biegt das Blaue Bike mit mir rechts ab diese zähe Steigung mit 14% nach Kolbingen rauf. Dort macht sich Sonne rar, saukalter Gegenwind, der Spaß läßt deutlich nach und ich denk in der Fitnessbude wärs wärmer gewesen. Ab Königsheim fliegen mir die ersten Schneeflocken hinter die Brille, und schon eine Viertelstunde später in Böttingen ist die Landschaft ringsum weiß und ich seh aus wie ein Schneemann. Noch ein paar nasse Kilometer bis zum Steinbruch, dann kann ich abschalten und im Halbdunkel mit Schneetreiben die Abfahrt nach Dürbheim genießen. Die Weltuntergangs-Aussicht ins Tal ist unglaublich! Trotz der paar Widerlichkeiten komm ich gutgelaunt heim, die Rauhe Alb hat ihrem Namen Ehre gemacht. Tolle Abendausfahrt mit unerwartetem Ausgang. Klasse, bisle Abenteuer darf ja dabei sein. [56 km].

Feierabendrunde Nr. 6

Feierabendrunde Nr. 6

Die Heuberg-Runde mit Sahnehäubchen.

Erst sechs Feierabendrunden dieses Jahr? – kommt mir so wenig vor. Ich sollte mir doch bisle mehr Mühe geben. Find ich. Heute findet das vorhergesagte Sauwetter in Form von blauestem Himmel mit den schönsten Schäfchenwolken, die man sich nur wünschen kann, statt. Den ganzen Tag. Gibts bei der Wettervorhersage auch sowas wie Produkthaftung? Die halten ja nie ein was sie versprechen. Die Schweizer sind vorsichtiger und nennen das Wetterprognosen, was deutlich ehrlicher klingt. Lediglich die Temperatur ist mit 4°C im Schatten am Nachmittag nicht ganz radkonform.

Schnell entschlossen steig ich mit dem Blauen Rad in die Heubergrunde ein, Dürbheim, Böttingen und dort Richtung Wehingen. An der Wehinger Steige runterwärts liegt wieder Schnee rechts und links im Wald und ich träum von meinen Handschuhen, die sich zuhaus gemütlich und untätig im Schrank räkeln. Uffm Heuberg ischs halt immer einen Kittel kälter als anderswo. Wehingen, Reichenbach, Egesheim fliegen vorbei. An der Bära entlang ist die Abendbeleuchtung mit dem blauen Himmel fast kitschig schön wie im Möbelhaus die Großformat Tapeten im Hintergrund. Und hier is alles echt! Als Krönung steht der fast volle Mond hinter der Bilderbuch-Szene.

In Bäratal laß ich mich zu einem Schmankerl verführen und nehm anstelle der schattigen Talstrecke die Variante „links hoch“. Das Blaue Bike trägt mich eifrig die Serpentinen meiner ehemaligen Motorrad-Hausstrecke hoch bis direkt auf den Knopfmacher Fels. Mit diesem kleinen Umweg hab ich nochmal eine Viertelstunde Sonnenschein gratis 🙂 Zeit zum Kaffi ist heut leider nicht… Nach Fridingen runter gehts von alleine, und bis Mühlheim bestaun ich wieder einmal mehr die Felsen auf der anderen Donauseite. Das Lippachtal fällt heut mal aus, das war vorgestern schon dran, und so ist ab jetzt alles ebene Strecke bis Tuttlingen. Einige Jogger sind unterwegs, eingepackt wie Mumien. Die ham Angst vorm Ozonloch lautet meine Diagnose. Mann bin ich froh mit dem Radl, Joggen bei der Kälte, igitt. Völlig ungesund. Der Abendhimmel hinterm Wurmlinger Berg ändert sich langsam von orange über rot auf violett. Schade, das ohne Foto. Um sieben zuhaus. Resumee: Traumhafte Runde, Beleuchtung vom Feinsten, Temperatur etwas unterm Wohlfühlbereich. [68 km].

Sonntagabend-Ausfahrt

Sonntagabend-Ausfahrt

Der Wetterbericht hält heut nur halb was er an Sauwetter versprochen hat, sieht gar nicht schlecht aus am Morgen. Trotzdem trau ich dem Frieden nicht und geh lieber erstmal in die Fitnessbude. Steffi verspricht mir „Heut regnets ganz sicher nicht“ aber schon vor der Tür müssen wir uns unterstellen, weil sonst ihre Ziggi von Regen ausgelöscht würde. Radfahren fällt daher erstmal aus. Mittags mach ich ausgiebig Siesta, aber um halb fünf nachmittags hab ich die Nase voll von der Faulenzerei, die Straßen sind trocken, also nix wie raus mit dem Blauen Bike. Der Westwind bläst enorm stark, daher möcht ich mir den für den Rückweg aufheben und fahr erstmal gegen den Wind nach Tuningen, Sunthausen und ab da mit sattem Seitenwind und Schräglage bis Geisingen. Der Himmel hat heut optisch wirklich was zu bieten, fette graue Wolken und vom Schwarzwald rüber eine schwarze Regenwand, daß man Angst bekommen könnte. Zwischen den Wolken zwängt sich gelegentlich eine sagenhafte Feierabendbeleuchtung hindurch, und gegen später guckt auch der dreiviertelvolle Mond durch die Lücken. Meine Taktik geht auf, der Wind dreht sich ja üblicherweise im Verlauf einer Tour immer auf frontal, aber ich bin heut schneller als er und laß mich von Geisingen an mit 30’er Schnitt bis Tuttlingen tragen. Ab hier geht es in fast völliger Dunkelheit die letzte paar km heimwärts, und ich freu mich über diese super Sonntagabend-Runde. [67 km].

Samstags-Rundkurs

Samstags-Rundkurs

Diese Woche hab ich mich von der sogenannten Wettervorhersage schon dreimal verulken lassen, Mo, Di und Mi sollte das größte Sauwetter sein, aber an jedem der drei Abende hätt ich fahren können. Nagut, in der Fitness-Bude wars ja auch ganz nett. Aber heute möcht ich radmäßig endlich was aufmachen, denn falls die diesesmal die Wahrheit sagen, kann ich ab morgen das Bike wohl wieder einmotten. Weil der Rietheimer Morgennebel echt zu fett ist, schraub ich noch eine Stunde am Renner rum, bis endlich die Sonne richtig raus kommt.

Um zwölf ist also wieder mal das Blaue Bike an der Reihe, und ich fahr bei schönstem Wetter noch etwas orientierungslos in der Gegend rum, noch keine Ahnung was heut draus wird. Erstmal über Öfingen Richtung Donaueschingen, erstes Ziel ist das Zähringer Cafe in Bräunlingen. Bisle umständlich im Zickzack-Kurs komm ich an, und tatsächlich ist das Straßencafe auf, wo ich sofort nen Kaffee und eine unglaublich leckere Nußschnitte einfülle. Am Kirnbergsee war ich neulich schon zweimal, daher fahr ich heut mal lieber nach Osten und so gehts weiter über Hüfingen, Sumpfohren [Hehe so ein Name, das ist die Ottschaft der Woche bei Radio7, steht aufm Ortsschild] vorbei am Fürstenberg, wo sich lauter Gleitschirmflieger in der Luft rumtreiben, bis Blumberg. Über den Randen ist mir zu umständlich, daher erstmal nach Leipferdingen. Dort laß ich mich vom Blauen Bike die Serpentinen zu den Windmühlen hochschrauben, und siehe da, die Alpensicht da oben ist gar nicht schlecht. So macht das Spaß. Am Hegaublick (das ist der Motorradtreffpunkt in der Gegend) bemitleide ich eine Weile die Moppedfahrer, die in ihren Lederwurstpellen mit rotgeschwollener Birne im Helm ankommen und anschließend sportlich die Ziggi in der Linken und den Pappbecher Kaffee in der Rechten rumtragen, um so gestärkt wieder mit Vollgas auf Abenteuersuche zu gehen.

Wo ich schonmal hier bin, möcht ich unbedingt noch auf den Witthoh, und das geht über Mauenheim, Hattingen in kaum einer halben Stunde. Oben angekommen sagt mein Navi im Bauch „Hast noch zwanzig Minuten, dann machts Telesina auf „. Die unterschreit ich mühelos, denn die Witthohsteige ist steil, und sie führt direkt rein nach Tuttlingen. Zu dumm, doch zwei Minuten zu spät, mußte glatt unvorhergesehen an einer Ampel warten. Aber sonst klappt der wirklich nicht geplante Zeitplan wie fast jedesmal exakt …

Nach der Pizza um 4telvor6 hab ich echt noch keine Lust heimzufahren, schon garnicht auf dem Normalweg einfach gradaus. Ich nehm zum Nachtisch die Strecke nach Stetten an der Donau lang. Diese hat grad viel Wasser, die weite offene Ebene tut den Augen gut und ist eine willkommene Abwechslung nach der Gurkerei durch die Stadt. Kurz nach sechs in Mühlheim. Die vielen Wasserspuren diagonal über die Dorfstraßen verraten, das der Bappe sei heilix Blechle wie älle Samschtig gwäschd hätt, wie sichs ghört halt. Aber kaum jemand zu sehen, denn ab sechs läuft ja die Sportschau. Himmel, bin ich froh, daß mir diese Familienidylle erspart geblieben ist.

Schnell weg hier, ich bieg ab ins Lippachtal, dort hochzufahren ist die reine Freude. Der Lippbach rauscht eifrig vor sich hin in seinen hunderten Kurven, das Tal wird nach oben immer schmaler. Rechts und links wechseln sich steile braun bewaldete Hänge mit gelben und grauen Felsen ab. Weil noch keine Blätter an den Bäumen sind, hallt das Vogelgezwitscher wie im Zoo im Volierenhaus. Das Blaue Radl schraubt sich und mich kurvenreich hoch bis Mahlstetten, wobei die Aussicht neben der Straße in die Tiefe abenteuerlich ist. Im Dämmerlicht rücken die Felsen näher und bedrohlicher zusammen, bekommen langsam Gesichter, aber noch brauch ich mir keine Sorgen machen, denn diese werden erst in kompletter Dunkelheit zu Trollen, die nach radfahrenden Touristen grapschen um sie dann ohne Besteck zu verzehren. Diese Kulturbanausen.
Ab Mahlstetten nochmal runter zum Aggenhausener Skihang -keine Spur Schnee, bin ich froh- und wieder hoch. Geschafft – denn jetzt vom Schotterwerk an kann ich das Rad laufen lassen, mit Schnitt 50 bis fast vor die Garage. [125 km]

Diese Tour war mal wieder ein ungeplanter Volltreffer… 🙂

Bodensee & Hegau – Runde

Bodensee & Hegau – Runde

Bodman und weiter ….

Morgens um sieben ist der Rietheimer Bodennebel nach oben hin verdächtig hell. Das kenn ich zur Genüge, nur knapp drüber befindet sich der blaue Himmel! Den will ich sehen, aber den ganzen Tag lang! Also dann mach ich heute mal ne nette Radtour auf. Dazu brauch ich erstmal was Anständiges in den Magen. Heute will ich nicht spazierenfahren, denn am Donnerstag hab ich ja gut vorgelegt, dann kann ich heute mal bisle aufdrehen. Das Blaue Rad ist dazu genau der richtige Untersatz, weil der Renner noch in der Klinik liegt zur Operation, der kriegt neue Innereien verpasst. So düs ich um halb elf erstmal durch Tuttlingen nach Emmingen hoch; der Radweg ist durch jauchefahrende Bauersleut teilweise übel versaut, also fahr ich selbstverständlich auf der Strasse. Klar daß die Huperei sofort einsetzt, die mich auf den Radweg verweisen soll. Da aber heute Sonntag ist, quittiere ich das Gemecker mit einem milden päpstlichen Winken und denk mir lmaA. Danach das landschaftlich unglaubliche Wasserburger Tal runter. Da ist die Stille perfekt, Vogelgezwitscher statt Auspufflärm, Schneereste im Schatten und stehende warme Frühlingsluft. Märchenhaft. Weiter nach Eigeltingen, Orsingen, Wahlwies. Zwischen den den Apfelplantagen hindurch nach Bodman, wo ich am Hafen Kaffi schlürfen wollte. Natürlich ist da meine Kaffeebude noch zu, also weg hier. Ich nehm die wundervolle kurvige Strecke auf den den Bodanrück nach Liggeringen hoch, dann kurzer Besuch am Mindelsee [Mindelsee: traumhaft schön und unbedingt empfehlenswert für einen Besuch, am schönsten bei Sauwetter, da sind die Touries zuhaus] und weiter nach Radolfzell. Da ist es so langweilig, daß ich eiligst die Strecke bis Singen nehme. Alles platte Gegend, ich fahr im Standby nach Singen, der Tacho zählt erschreckend schnell hoch, Kilometer sausen dahin wie nix. In Singen muß ich unbedingt die Maggifabrik aufs Foto bannen. Für meine Mutter. Die hatte immer ne Maggiflasche beim Mittagessen aufm Tisch, und ich glaube, mein erster Satz den ich eigenständig lesen konnte, war „Maggi, aus Singen am Hohentwiel“. Das ist eingebrannt im Kopf. Nun bin ich angekommen 🙂 Weiter gehts, die unglaubliche Kulisse vom Hohentwiel saugt mich geradezu hoch. 18% Steigung steht da. Ich kann dem Blauen Bike nicht verweigern, mich dort im Eilzugtempo bis in den vorderen Burghof hochzutragen. Schooon wieder hier, wie vor einer Woche. Macht nix. Wow, ist das spacy hier oben. Verdientes Bier am Kiosk. Ein paar Besucher mit Migrationshintergrund sind arg laut, bis sie ihr Bier kriegen und sich an den Grillplatz zurückziehen. Die *#%§!.. naja sag ich lieber nicht hier.

Den Rest der Heimwärtsstrecke kenn ich jetzt auswendig. Nix mehr denken, nur noch kurbeln. Duchtlingen, Weiterdingen, Engen. In Engen ist Ostermarkt oder sowas. Kein Durchkommen. Bloß weg hier. Ich bin unterwegs, um allein zu sein. Der Rückweg bis Tuttlingen hinterläßt den Eindruck, daß von den 40 Millionen deutschen Autos heute nachmittag keines in der Garage steht. Bargen, Mauenheim, Möhringen. Um Punkt Fünf kommt das Blaue Rad mit mir am Telesina in Tuttlingen an. Ich frag mich oft, wie das Timing klappt, ohne Planung, vier, sechs oder acht Stunden, jedesmal klappt das mit der Punktlandung um fünf zum Pizza mampfen. Anschließend in nicht zu kalter Abendluft bis heim, ich bin fasziniert von dieser saumäßig schönen Sonntags-Ausfahrt. [125 km]. So muß das sein.

Paar Bilder hab ich gemacht:

Feierabendrunde Nr. 5

Feierabendrunde Nr. 5

Kopf durchlüften

Beim Heimgehen ausm Gschäft bin ich trotz strahlendem Wintersonnenschein der schlechtgelaunteste Mensch der Welt, weil ich morgen wieder mal eine meiner Standardschulungen halten soll, die ich liebe wie Zahnschmerzen. Tut auch genausolange weh, tagelang schwanger zu sein mit der Vorstellung, die Vorbereitungen auf diesen Schßdrck  Kurs reichen nicht aus, um alle Fragen zu beantworten. Das ist aber ein anderes Thema und ich werd es noch angehen müssen, weil es mich auf Dauer kaputt macht. Besuch in der Fitness-Bude fällt heute aus, stattdessen hol ich mir eilig das Blaue Rad aus dem Stall und bei gemütlich warmen 2° plus [heut morgen waren es noch 8° minus …] geht es los, Richtung Donau abwärts. Dort erhoff ich mir für das frisch geputzte Rad am wenigsten Sauerei auf den Wegen, klappt natürlich leider nur bedingt, aber ich hab immerhin die Wahl zwischen Salz auf der Strasse oder Glasscherben aufm Radweg. Die Praxis zeigt kurz darauf, daß mein Bike von beiden Vergnügen die Highlights mitnehmen muß, weil es keine Ausweichmöglichkeiten gibt. Es geht da aber fast auf ebener Strecke immer schön an der Donau lang, ich möcht ohne viel zu denken Kilometer spulen, um die Birne frei zu bekommen. So gehts vorbei an Tuttlingen, Möhringen, Immendingen, Kirchen-Hausen bis nach Blumberg, wo ich eilig umdrehen muß, weil mir sonst das Tageslicht am Ende der Tour ausgehen wird. So schön es draußen auch ist, sonnig, trocken, das Blaue läuft wie von selbst, gelingt mir trotzdem nicht, einen positiven Gedanken zu fassen und daran wenigstens eine Weile dran rumzudenken. Dieses schmutzige Schulungsthema verstopft alle Gehirnwindungen. Eigentlich müßte ich mir die Zeit aufm Rad zahlen lassen, ich arbeite ja quasi die ganze Zeit für die Firma oder hab zumindest keine erholsame freie Zeit. Also versuch ich mein Bestes, mir die Laune nicht vollständig verderben zu lassen, und so lass ich die herrliche Landschaft mit sanfter Sonnenuntergangsbeleuchtung an mir vorbeifliegen. Nach knapp drei Stunden bin ich wieder zuhaus, wurd auch höchste Zeit, um sieben ist es fast dunkel und die Kälte wird schon richtig aufdringlich. Abgesehen von der mentalen Verfassung eine herrliche Abendausfahrt! [77 km] .

Werkstatt-Samstag …

Werkstatt-Samstag …

… hab ich gedacht.

Stattdessen scheint es jetzt mindestens eine Werkstatt-Woche zu werden. Insgeheim hoffe ich, daß es nicht ein Werkstatt-Monat wird. Das saumäßig schöne Februar-Wetter hat nicht nur im Kopf schon die schönsten Radträume wahr werden lassen. So gesehen bin ich ja echt zufrieden mit dem, was schon rauszuholen war, wirklich lecker, fast 1000 km voll 🙂 Aber diese Appetithäppchen in der Woche und am Wochenende lassen ja den Hunger auf mehr erst recht aufkommen. Momentan ist wetterbedingt erstmal Schluß damit. Schßdrck. Die zwanghafte Fahrerei in jedem erdenklichen Sauwetter bei Tag und auch nachts mit irgendeiner Trauerfunzel als Beleuchtung am Lenker hab ich eigentlich satt, stattdessen winkt wieder das gemütliche Wintertraining in der Fitness-Bude mit allem Komfort, sanftes Krafttraining ohne übermäßiges transpirieren, wenns sein muß Sonne aus der Röhre, Training ist beendet sobald die Motivation nachläßt, anschließend nach dem Duschen angenehmes Kaffeekränzchen mit den netten Kolleginnen, anstelle von einsamem Kilometerdreschen in der Kälte. Hat was, keine Frage. Aber auf mein gewünschtes Plan-Soll komm ich so nie.

Allerdings reift nebenbei was Neues heran: Mein persönlicher Traum-Renner, ein Fast-Umsonst Erbstück von Brüderle H., den ich seit einer Saison fahre, wird momentan getunt. Die abgelutschte Shimano-105 Schaltung wird abgelöst von einer nagelneuen Schaltgruppe Shimano Ultegra 2/10 fach, mit leicht modifizierter Übersetzung, nach persönlicher Beratung mit Brüderle L. auf die lokalen Bedingungen mit reichlich Steigungen am Rand der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald abgestimmt. Mein local Dealer hift mir, das Tretlager zu wechseln (mangels passendem Werkzeug), den Rest erledige ich selber. Das Zerlegen des Bikes verläuft wie eine Zeremonie; altes weg- und neues dranschrauben gleicht einer rituellen Kulthandlung. Also ich freu mich schon jetzt auf die nächsten Ausfahrten mit dieser Rakete! Da ich ja wettermäßig wirklich kaum Geduld hab. tröste ich mich täglich mit dem schwäbischen Kommentar meines Kollegen: Auf ebbes Sicheres, da kahsch guet warte… Naja. Dann wart ich halt mal, hoffentlich nicht so lange 🙂

Feierabendrunde Nr. 4

Feierabendrunde Nr. 4

Die Heuberg Runde

Leider komm ich etwas zu spät ausm Gschäft, will aber nach drei Tagen Fast-nicht-fahren unbedingt noch mit dem Blauen Rad meine Heuberg Runde abspulen. Da heißt es langsam losfahren, die Übermotivation verleitet zum Raketenstart und kurz drauf wäre dann der Strom alle. Böttingen ist der Flaschenhals, bis dort sollte mindestens eine halbe Stunde rum sein; dauert es weniger, geht mir am Ende der Strecke die Luft aus. Alles klappt wie vorgesehen, die anschließende hügelige Ebene bis zur Wehinger Steige nervt, weil man da keinen Rhythmus reinkriegt, ständig schalten. Die Steige runter deutlich schneller als beim letzten Mal weil da jetzt fast trocken ist. Von Wehingen über Reichenbach, Egesheim bis Fridingen kann man herrlich abschalten, mechanisches Kurbeln, der Körper ist eine Maschine und die schöne Landschaft im Bäratal fliegt vorbei wie im Kino. Dann ab Fridingen wieder an der Donau entlang, richtig schön dort und kein Mensch zu sehen. Durch Nendingen, Tuttlingen, Wurmlingen heimwärts, natürlich muß mir ein Trottel aus dem Auto raus Anweisung zum Licht anschalten erteilen, was ich heute mal wohlwollend ignoriere. Wieder ein richtig gut gelaufene Abendrunde, so macht die Sache Spaß 🙂 [65km]