Trockenheit
Dienstag, 28. April 2026 – Auf Fotopirsch
Ein Nachmittag im Spaichinger Wald
Spaichinger Wald? Da war ich schon länger nicht mehr unterwegs. Das ist dort, wo diese obskuren Munitions- oder sonstwas Bunker im Wald rumstehen und normalerweise die Pilze massenhaft aus dem herrlichen feuchten moosigen Boden schiessen. Das tun sie auch, aber nicht jetzt, zu dieser Jahreszeit, nach wochenlanger Trockenheit.
Die Suche nach Motiven gestaltet sich heute also etwas zäh. Hatte ich mir aber so ausgesucht (also dann bitte dran bleiben, Andi). Überall stocktrockener Waldboden. Dank des invasiven Pollenfluges ist alles eher gelb statt grün und bei jedem Schritt staubt es saharamässig bis in die Nase hoch.
Und dann fand sich doch noch ein freundliches Exemplar bereit für ein Foto.
Eine ganze Familie im Grünen, schick mit Blütenstaub bepudert wie ein Gugelhupf:
The real taste
Ist da was im Sonderangebot?
Aktuell finden sich fast überall auffällig viele dieser Blechbüchsen im Stadtpark, am Busbahnhof und, wie hier, im Wald. Leergetrunken und weg damit, was sonst. Dass die Dosen überall rumliegen, damit kann ich leben. Weiterlaufen und ignorieren, vielleicht noch ein Foto machen, das ist ein dankbares Motiv. Die Frage dahinter ist nur „Wer gibt für so einen Bullshit Geld aus“ ?
Kurze Recherche also, woher diese derzeit invasiv auftretenden leeren Dosen kommen. Die Supermarktkette dahinter macht hier bei uns im Allgemeinen eher auf heimatliche Produkte und Bio. Doch es geht anscheinend auch anders, je nachdem, welche Zielgruppe anvisiert wird. Das Zeug ist in der Produktpalette weniger zum Trinken, sondern mehr um die soziale Position des Konsumenten orten zu können.
Zitat aus der Werbung:
Die Dosis Real Monkey-Feeling
Wer Mut zum Inner Monkey hat, hat Lust auf The Real Taste! Softdrinks, die gemacht sind für alle, die das Leben immer und überall voll auskosten. Voller Energie, voller Frucht und voller Lebensfreude. Jede stylische 0,33 l Dose von The Real Taste ist ein persönliches Statement für den Auftritt abseits des Mainstreams.
Zitat Ende.
Die Überbleibsel des persönlichen Statements und des gewagten Auftrittes abseits des Mainstreams liegen dann im Wald rum.
Verdreht
Am Vogelhaus
Das Vogelhotel auf dem Dreier hatte ein paar kleine Reparaturen bekommen, Seitenteile und Boden wurden mit Leinölfirnis gestrichen, die Seitenleisten wieder frisch weiss angemalt und vor allem die Dachschindeln hatten es nötig, die hatten sich nach drei Jahren in Wind Wetter und Sonne schon etwas abgelöst, also erstmal Stück für Stück neu verklebt und dann neue Farbe drauf. Die neue Dachfarbe hat es in sich, die sieht sehr schick und strapazierfähig aus. Und dann noch, kaum zu glauben, von acht Spax Schrauben, die den Unterbau halten, waren drei durchgerostet und abgebrochen, damit hatte ich nicht gerechnet. Also die Dinger gleich mal durch Edelstahl Spax ersetzt, das hält hoffentlich länger.
Irgend jemand hängt da fast täglich neue Knödel auf, ich glaub das ist jetzt im Frühling nicht mehr erforderlich.
Futterabonnenten sind immer anwesend:
Das einsame Osterei
Inzwischen ist Ostern ja schon eine Weile vorbei, wie ein Blick in den Kalender verrät. Um so verwunderlicher war dieser Fund im Wald, da hatte wohl jemand beim Ostereier suchen nicht genau genug hingeschaut und schon war es passiert: ein vergessenes Ei im Wald, seltsam vor dem Holzstapel aufgestellt und es schaut sich um als würde es auf den Bus warten.
Die Sicherheitswinde
Rubrik: Das aktuelle Technikfoto
Hier zu sehen ist eine Sicherheitswinde (steht ja drauf) am Sägewerk in Schramberg. Mit der kann man durch eine Übersetzung zweier Zahnräder schwere Lasten leicht anheben und die werden dann durch eine Arretierung in Position gehalten. Die Arretierung ist auf dem Foto nicht sichtbar, weil sie sich auf der anderen Seite befindet und die Betätigungskurbel ist abgezogen worden.
Alles original Schwarzwald!
Osterglocken 2026
Zuhaus im Vorgarten
Heute im Blog mal was komplett Spiessiges Normales und Profanes.
Wir versuchen schon eine Weile, den kleinen Garten vorm Haus irgendwie ansehnlich hinzubekommen.
Kurzer Rückblick – Gartenarbeit war nie mein Ding, dafür hat schon der allererste Erziehungsberechtigte in meinem Leben gesorgt, dass da kein Spass oder Freude aufkommt. Gartenarbeit muss hart sein, darf keinen Spass machen und muss mit zusammengebissenen Zähnen durchstanden werden. Wie, nebenbei bemerkt, Arbeit grundsätzlich keinen Spass machen darf. Arbeit durchzieht das ganze Leben, muss möglichst laut, schmutzig und unerträglich sein. Dafür ist sie da. Das Leben ist nicht da, um sich zu vergnügen.
Dass es auch anders gehen kann, hab ich gelernt, seit es nicht mehr zwanghaft gemacht werden muss, sondern irgendwie so oder auch anders gemacht werden kann. Sobald man freiwillig hingeht und sich mit dem kleinen Bewuchs im Garten beschäftigt, täglich zuschaut, welche Blümlein und Kräuter umsorgt und gehegt werden wollen und welche anderen sich ungehemmt und agressiv freiwillig ausbreiten, da kommt das Interesse von alleine, da fängt es an, Spass zu machen. Rasen mähen oder wachsen lassen, Unkraut zupfen oder stehen lassen, komplett egal. Wichtig ist das Zuschauen und sich wundern, was und wieviel von alleine passiert.
Das hat was Meditatives.
Man denkt nicht mehr drüber nach, ob es wenig oder viel Arbeit macht.
Auf einmal ahnt man, dass alles von allein seinen Gang geht.
Sorry, etwas weit abgeschweift.
Die paar wenigen freundlichen Osterglocken in unserem Vorgarten werden jedes Jahr mehr und was ist das Beste daran?
Bisher hat niemand sie gemopst, sie stehen immer noch da und blühen, was sie können.
Das Türscharnier
Im Donautal, kurz hinter dem Schloss Werenwag, findet man dieses alte Türscharnier. Die Tür selbst und was früher sonst noch alles drumherum stand, ist längst verschwunden. Nur der einsame Türpfosten vor etwas altem Gemäuer ist noch da und dieses Scharnier hält sich seit wer weiss wie lange schon an diesem Platz und sonnt sich.